Dossier · Werterhalt & Pflege
Teppich reinigen: Hausmittel, Fleckenentfernung und Profi-Methoden
Kurz gesagt
Teppiche reinigt man am besten in drei Stufen: regelmäßig gründlich saugen, Flecken sofort von außen nach innen tupfen statt reiben und ein- bis zweimal im Jahr tiefenreinigen. Für Wolle und Seide eignen sich nur milde Mittel; Teppichböden in Büros und Treppenhäusern werden professionell per Sprühextraktion gereinigt.
Regelmäßig saugen – die wichtigste Pflege
Bis zu 80 Prozent des Schmutzes in einem Teppich ist trockener Staub und Sand. Er wirkt beim Begehen wie Schleifpapier und lässt Fasern stumpf werden. Wohnbereiche sollten deshalb mindestens einmal, stark genutzte Flure und Büros zwei- bis dreimal pro Woche gesaugt werden – langsam und in zwei Richtungen, damit die Bürste den Flor aufrichtet.
Hochflorige Teppiche und Wolle vertragen keine rotierende Bürste auf höchster Stufe; hier besser die Bürste abschalten oder eine Polsterdüse verwenden.
Flecken entfernen: die goldenen Regeln
Je schneller ein Fleck behandelt wird, desto besser die Chancen.
- Flüssigkeit sofort mit saugfähigem, hellem Tuch auftupfen – nie reiben
- Immer vom Rand zur Mitte arbeiten, damit der Fleck nicht größer wird
- Lauwarmes Wasser zuerst probieren, Mittel erst danach
- Jedes Mittel an einer unauffälligen Stelle testen
- Mit klarem Wasser nachtupfen, damit kein Reinigerrest neuen Schmutz anzieht
- Feuchte Stelle trocken tupfen und gut lüften
Hausmittel im Überblick
Mineralwasser mit Kohlensäure löst frische Rotwein- und Kaffeeflecken. Gallseife hilft bei fetthaltigen Flecken auf robusten Synthetikfasern. Natron oder Backpulver bindet Gerüche: einstreuen, einige Stunden einwirken lassen, absaugen. Essig sollte nur stark verdünnt und nicht auf Wolle oder Naturfasern eingesetzt werden, weil Säure die Fasern angreifen kann. Wachs lässt sich mit Löschpapier und lauwarmem Bügeleisen herauslösen, Kaugummi mit Eiswürfeln vereisen und abbrechen.
Tiefenreinigung: Shampoo oder Sprühextraktion?
Bei der Sprühextraktion wird Reinigungslösung in den Flor gesprüht und sofort mit dem Schmutz wieder abgesaugt. Sie eignet sich für Teppichböden und robuste Teppiche und entfernt auch Allergene und Milbenrückstände. Teppichshampoo wird aufgeschäumt, eingebürstet und nach dem Trocknen abgesaugt. Es ist schonender für empfindliche Flächen, entfernt aber weniger tiefsitzenden Schmutz.
Nach jeder Nassreinigung muss der Teppich vollständig trocknen – in der Regel 4 bis 24 Stunden. Gute Belüftung verhindert Stockflecken.
Welche Teppiche gehören zum Profi?
Orient- und Seidenteppiche, handgeknüpfte Wollteppiche und alte Stücke gehören in eine spezialisierte Teppichwäscherei, weil Farben auslaufen oder Fasern verfilzen können. Für verlegte Teppichböden in Büros, Hotels, Praxen und Treppenhäusern lohnt sich eine professionelle Grundreinigung ein- bis zweimal im Jahr: Sie verlängert die Lebensdauer des Belags und verbessert die Raumluft.
Was kostet professionelle Teppichreinigung?
Bei verlegten Teppichböden wird üblicherweise pro Quadratmeter abgerechnet. Den Preis beeinflussen Fläche, Verschmutzungsgrad, Fleckenbehandlung, Möbelrücken und die Frage, ob die Reinigung in eine regelmäßige Unterhaltsreinigung eingebunden ist. Für Gewerbekunden ist die Reinigung voll als Betriebsausgabe absetzbar, für Privathaushalte die Arbeitskosten nach § 35a EStG.
Vor einer Nassreinigung den Aufbau prüfen
Nicht nur die sichtbare Faser entscheidet über die Reinigungsmethode. Auch Rückenbeschichtung, Verklebung und Untergrund müssen Feuchtigkeit vertragen. Prüfen Sie das Pflegeetikett und bei verlegten Belägen die Herstellerunterlagen. Ein loser Teppich auf empfindlichem Holzboden sollte nicht an Ort und Stelle durchnässt werden.
Testen Sie das vorgesehene Mittel an einer verdeckten Stelle. Prüfen Sie nach dem Trocknen, ob Farbe auf ein weißes Tuch übergegangen ist, der Flor verändert aussieht oder sich Ränder gebildet haben.
Fleckenbehandlung ohne zusätzliche Schäden
Entfernen Sie feste Rückstände zunächst vorsichtig mit einem stumpfen Hilfsmittel, ohne sie tiefer in den Flor zu drücken. Verwenden Sie nur wenig Feuchtigkeit und arbeiten Sie in kleinen Schritten. Wiederholtes kräftiges Reiben kann die Faserstruktur dauerhaft verändern.
Mischen Sie keine verschiedenen Fleckenmittel. Notieren Sie für einen Fachbetrieb, was den Fleck verursacht hat und welche Mittel bereits verwendet wurden. Bei alten Verfärbungen lässt sich nicht immer der ursprüngliche Zustand wiederherstellen.
Trocknung organisieren und Ergebnis kontrollieren
Planen Sie vor Beginn, wie der Raum während der Trocknung genutzt werden kann. Halten Sie Laufwege frei und vermeiden Sie erneute Verschmutzung. Möbel erst zurückstellen, wenn auch tiefer liegende Bereiche trocken sind.
Klebrige Stellen nach dem Trocknen weisen auf Reinigungsmittelreste hin. Wiederkehrende Gerüche oder Feuchte sollten untersucht statt mit Duftmitteln überdeckt werden. Für Büroflächen empfiehlt sich eine abschnittsweise Planung, damit notwendige Wege nutzbar bleiben.
Unser Vorgehen
Für Büro-, Praxis- und Treppenhausflächen in Frankfurt und Rhein-Main übernehmen wir die Teppichreinigung im Rahmen der Gebäudereinigung – mit Sprühextraktion, fester Terminplanung und Dokumentation in der Kunden-App.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man einen Teppich tiefenreinigen?
In Wohnräumen ein- bis zweimal im Jahr, in Büros und stark begangenen Fluren zwei- bis viermal. Bei Allergikern oder Haustieren eher häufiger.
Kann man Teppich mit dem Dampfreiniger reinigen?
Synthetische Teppichböden vertragen das meist. Wolle, Seide und Naturfasern können durch Hitze und Nässe einlaufen oder verfilzen – hier besser nicht.
Wie lange muss ein Teppich nach der Reinigung trocknen?
Je nach Verfahren und Lüftung 4 bis 24 Stunden. Erst danach Möbel zurückstellen, sonst entstehen Druckstellen und Rostflecken.